In festlichem Rahmen verabschiedete das Gymnasium Michelstadt am Samstag, 20. Juni 2026, seinen Abiturjahrgang in der Werner-Borchers-Halle in Erbach. Zahlreiche Eltern, Familienangehörige, Lehrkräfte und Freunde der 106 Absolventinnen und Absolventen waren bei sommerlichen Temperaturen gekommen, um gemeinsam diesen besonderen Meilenstein zu feiern.
In ihrer Ansprache richtete Schulleiterin Gabriele Wagner den Blick auf die Zukunft der jungen Erwachsenen. Sie ermutigte die Abiturientinnen und Abiturienten, ihre Möglichkeiten aktiv zu nutzen und Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen. „Die Zukunft ist ungewiss, ja, aber ihr habt die Werkzeuge, um sie mitzugestalten. Bewahrt euch euren Mut, eure Leidenschaft und vergesst nicht, dass die Demokratie die Grundlage ist, auf der ihr all das umsetzen könnt. Macht Gebrauch davon und tut alles dafür, Demokratie zu erhalten“, gab sie den Absolventinnen und Absolventen mit auf den Weg. Gerade in schwierigen Zeiten komme es darauf an, demokratische Werte zu bewahren und die Zukunft aktiv mitzugestalten. Für diese Zukunft gab Rekha Krings in Vertretung des Landrats den stolzen Abiturientinnen und Abiturienten, unter denen auch ihre eigene Nichte war, einen Appell zum Aufbruch und zum Erweitern der eigenen Perspektive mit auf den Weg. Nicht in erster Linie Erfolg, sondern Erfahrungen waren es dann auch, die sie als zentrale Wünsche überbrachte. Dass dafür unter Umständen auch der Odenwald verlassen werde, sei kein Sakrileg: „Eine Region wie unsere lebt nicht davon, dass junge Menschen bleiben müssen. Sie lebt davon, dass junge Menschen hinausgehen dürfen, dass sie die Welt entdecken. […] Denn Heimat verliert man nicht, indem man geht. Manchmal versteht man ihre Bedeutung sogar erst dann, wenn man eine Zeit lang weg war. Und deshalb möchte ich Euch heute auch etwas ganz bewusst mitgeben: Ihr dürft gehen. Aber ihr dürft auch zurückkommen.“

Kreisbeigeordnete Rekha Krings
Für einen emotionalen Moment sorgte die musikalische Einlage von Gloria Pecoraro, die von Anton Leviata, selbst Abiturient des Abschlussjahrgangs, am Klavier begleitet wurde. Wie bereits im Vorjahr fiel die Wahl auf Adeles Song „When We Were Young“, der passend eine stimmungsvolle Verbindung zwischen den Erinnerungen an die gemeinsame Schulzeit und dem von Krings beschworenen Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt schuf.
Anton Levita und Gloria Pecoraro
Jenes zentrale Motiv des Endes einer gemeinsamen Schulzeit, das zugleich den Ausgangspunkt neuer Erfahrungen und biografischer Entwicklungen bildet, bestimmte auch die Lehrerrede. Im Namen des Kollegiums sprach Studienrätin Jasmin Mönicke zu den Abiturientinnen und Abiturienten. Sie hob die Bedeutung von Werten, Neugier und Verantwortungsbewusstsein hervor: „Ihr verlasst heute die Schule mit Wissen, mit Erfahrungen und hoffentlich auch mit einem klaren Wertekompass. Die kommenden Wege werden nicht immer einfach sein, aber sie werden euch wachsen lassen – so wie die letzten Jahre es ebenso getan haben.“ Die Welt brauche Menschen, die neugierig blieben, Verantwortung übernähmen und sich auch für andere einsetzten, betonte sie.
Dass man im Hinblick auf diese Wünsche nicht bang in die Zukunft des Jahrgangs zu schauen braucht, machte Mateo Alvarez Martinez in seiner bemerkenswert souverän vorgetragenen Schülerrede deutlich. Er blickte darin auf die gemeinsam verbrachte Zeit zurück und würdigte den starken Zusammenhalt des Jahrgangs. Gleichzeitig richtete er den Blick nach vorn: „Wenn wir heute Abend also noch ein wenig feiern, blicken wir nicht nur auf das Schöne, was hinter uns liegt, sondern auch auf das Gute, was noch kommt.“ Seine Worte spiegelten dabei merklich den Optimismus und die Vorfreude auf die kommenden Herausforderungen wider.

Mateo Alvarez Martinez
Neben und zwischen den wohlgewählten Worten, die aus unterschiedlichen Perspektiven den Übergang von der Schulzeit ins weitere Leben beleuchteten, waren es in erster Linie die Zeugnisübergaben, der die Abiturientinnen und Abiturienten entgegenfieberten. Nach Tutorien getrennt, erhielten so alle Schülerinnen und Schüler den papiernen Nachweis ihrer Allgemeinen Hochschulreife – und natürlich eine Rose. Die kurzen Wortbeiträge der Kurssprecher sowie der jeweiligen Tutorinnen und Tutoren machten zudem deutlich, dass in den vergangenen beiden Jahren neben Wissen auch viel gegenseitige Wertschätzung und menschliche Achtung gewachsen sind.
Im Anschluss an die Zeugnisübergabe folgten traditionell die Ehrungen besonders engagierter und erfolgreicher Schülerinnen und Schüler. Gesondert geehrt wurden für die besten Leistungen Sebastian Geis, Luisa Haßenpflug und Frederik Sievert, die alle die Traumnote von 1,0 erreichten, sowie Lilli Maria Koniordos (1,1) und Felix Ludwig Bauer und Enna Lilli Haas (jeweils 1,2). Darüber hinaus wurden Felix Bauer, Luisa Haßenpflug, Lilli Maria Koniordos und Luise Trautmann mit MINT-Zertifikaten prämiert. Weitere Ehrungen im naturwissenschaftlichen Bereich ergingen vonseiten der Deutschen Physikalischen Gesellschaft an Luise Trautmann, Felix Bauer, Sebastian Geis und Johannes Foshag; der Gesellschaft Deutscher Chemiker an Enna Lilli Haas und Lena Übelhör; dem Spektrum-Verlag für Biologie an Luisa Haßenpflug sowie in Mathematik erneut an Sebastian Geis. Für den Fachbereich I (Sprachen) erhielten Aileen Huber im Fach Deutsch und Mateo Alvarez Martinez im Fach Englisch besondere Ehrungen. Mit der Pierre-de-Coubertain-Medaille des Landessportbundes wurde Manju Oberle, mit der Medaille der Fachschaft Sport für soziales Engagement im Schulsport Leon Amani Becker prämiert.
Wie auch in den Jahren zuvor, wurden im Rahmen der Veranstaltung auch solche Schülerinnen und Schüler ausgezeichnet, die sich durch ihr soziales Engagement um die Schulgemeinde verdient gemacht haben. Im diesjährigen Abiturjahrgang fand sich dabei eine Gruppe wieder, die in den vergangenen Jahren maßgeblich zum Gelingen eines reibungslosen Ablaufs in der Lehrmittelbücherei beigetragen hat: Ellis Barthel, Annely Dingeldey, Nathanael Hanna, Ida Herrmann, Lena Petermann, Jana Schäfer, Frederik Sievert, Luise Trautmann und Bente Wessinger. Daneben wurde auch das langjährige große Engagement in der Schülervertretung von Zoe Mayer und Sebastian Menz sowie das jahrelange Mitwirken im Schulsanitätsdienst von Jennifer Dreeßen und der unbändige Einsatz der beiden Stufensprecher, Pauline Wagner und Jakob Johann Ihrig, vom Schulverein gewürdigt.
Den unterhaltsamen Abschluss des offiziellen Programms bildete ein Auftritt des Männerballetts, der für viele Lacher und begeisterten Applaus sorgte.
Mit der Zeugnisverleihung endete für den Abiturjahrgang 2026 ein bedeutender Lebensabschnitt. Gleichzeitig begann für die Absolventinnen und Absolventen ein neuer Weg – begleitet von den besten Wünschen des Gymnasiums Michelstadt, neugierig, mutig und verantwortungsbewusst in die Zukunft zu gehen und sich dabei des Schulmottos Sapere aude zu erinnern.