Herzlich willkommen auf der Seite der Lateiner am Gymnasium Michelstadt.
“Dimidium facti, qui coepit, habet: sapere aude, // incipe.” – Horaz: Satiren und Episteln, 1,2,40 (Übersetzung:"Einmal begonnen ist halb schon getan. Wage zu wissen, fange nur an!")
Das Bildungsziel des Humanismus – dem Menschen zu ermöglichen, einen möglichst großenTeil der Welt sich selbst zu eigen zu machen – gilt insbesondere für das Lernen von Fremdsprachen, da durch deren Erwerb auch der Blick in eine fremde Welt möglich wird. Und noch viel mehr gilt es für die alten Sprachen, Latein und Griechisch, die einen direkten Zugang in die Gedankenwelt der Antike eröffnen. Die Antike, die unser Denken bis heute prägt, nicht nur durch den Geschichtsunterricht, sondern auch durch die Lektüre der Originalautoren erlebbar zu machen, ist ein wichtiges Anliegen des Lateinunterrichts. Lateinische Originaltexte zeigen den Weg zu den kulturellen europäischen Wurzeln auf und laden zu einem kritischen Dialog mit der Antike als dem geistigen Fundament Europas ein.
Die Schüler und Schülerinnen lesen die schönsten Sagen des klassischen Altertums im lateinischen Originaltext und lernen dabei z.B. den Namensursprungs unseres Kontinents „Europa“ kennen. Aber auch Philosophen wie Seneca oder Geschichtsschreiber wie Sallust stehen auf dem Lehrplan. In der Mittelstufe lernt Ihr die Ursprünge heute selbstverständlicher Einrichtungen wie Theater oder Thermen kennen. Natürlich gehen wir auch den Spuren der Römer nach, die im ersten Jahrhundert nach Christus den Odenwald besetzten.
Latein ist lebendig und allgegenwärtig
Das ursprüngliche Latein wird zwar heute in keinem Land der Welt mehr gesprochen, lateinische Fremd- und Lehnwörter durchziehen jedoch vielfach unsere Muttersprache und unseren Alltag, z. B. Abitur, Mensa, Computer, Kollege, Student, Bus, Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division. Auch alle Monatsnamen gehen auf die Römer zurück: Der Juli auf Julius Caesar, der August auf Kaiser Augustus. Warum ist der Dezember eigentlich der 12. Monat, obwohl decem doch„zehn“ heißt? Im Lateinunterricht lüften wir dieses Geheimnis.
Latein ist auch methodisch relevant und abwechslungsreich
Latein schult die Reflexion, das Nachdenken über Sprache und Inhalte in besonderem Maße, da es nicht um den Erwerb einer Kommunikationskompetenz in der Fremdsprache Latein geht. Das verlangt genaues Hinsehen sowie zielgerichtetes problemlösendes Denken. Latein hilft, die Grammatik der Muttersprache und anderer Sprachen besser zu verstehen. Was ist ein Adverb? Was ist ein Partizip? Was leistet der Indikativ, was der Konjunktiv? Im Lateinunterricht werden diese Begriffe ausführlich besprochen. Sprachreflexion kann man geradezu als Domäne des Lateinunterrichts bezeichnen. Und: Sogar bei denjenigen, die in der Schule Deutsch als Leistungsfach belegt hatten, ist die Lesekompetenz deutlich geringer ausgeprägt als bei Schülerinnen und Schülern, die ihr Latinum erworben hatten (aus: Forum Classicum 2/2014).
Latein bildet das Fundament aller romanischen Sprachen (z.B.Französisch, Italienisch,Portugiesisch, Rumänisch, Spanisch) und lebt kräftig in der halbromanischen Weltsprache Englisch. Lateinkenntnisse werden nach wie vor für einige Studiengänge vorausgesetzt (Latinum). Das Latinum erwerben die Schüler und Schülerinnen automatisch, wenn sie in der E-Phase eine ausreichende Note (Note: 4) im Zeugnis erreichen.
Vor allem aber: Latein macht Spaß
Latein – oder eine moderne Fremdsprache?Diese Frage stellt sich nicht; denn Latein vereint beides! Es ist sowohl eineFremdsprache als auch modern.
(alle Bilder entnommen aus dem neuen Lehrbuch Latein.)
Download: Curriculum G9, Sekundarstufe I
Kerncurriculum für die Gymnasiale Oberstufe - neu
Kerncurriculum für die Gymnasiale Oberstufe - gültig für Abiturjahrgang 2026