Gaby geht, Gabi kommt

Am Gymnasium Michelstadt ist das Personalkarussell auf Schulleitungsebene in vollem Gange. So beendet Dr. Gabriele Waldkircher zum Ende des Monats ihren Schuldienst und tauscht ihre Rolle als langjährige Schulleiterin der großen Bildungseinrichtung gegen die Möglichkeiten des geruhsameren Pensionslebens

Seit sie 2012 ihre Tätigkeit als Oberstudiendirektorin am Gymnasium Michelstadt aufgenommen hatte, war sie für diese Schule unermüdlich im Einsatz. Viele Veränderungen konnte sie anstoßen, die meisten wurden von ihr persönlich begleitet oder in der Umsetzung betreut. So geht etwa die Entwicklung der G8/G9-Konzeption von der so genannten Modellschule des Landes Hessen im Schulversuch 2013/14 bis zur regelrechten Implementierung des Parallelangebots im vergangenen Jahr in erheblichem Maße auf ihre Anstrengungen zurück

Ebenso wichtig nahm sie die Pflege und den Ausbau der drei schulischen Schwerpunkte MINT, Musik und Sport, förderte in besonderem Maße Fort- und Weiterbildungen der Kolleginnen und Kollegen und bahnte schul- und standortübergreifende Kontakte an, wo immer ihre Initiative möglich war.

Schülerinnen und Schüler sowie Kolleginnen und Kollegen und deren Wohlbefinden waren ihr ein Herzensanliegen, weswegen sie im Erwerb des Zertifikats „Schule und Gesundheit“ nicht bloß ein weiteres gerahmtes Stück Büttenpapier sah, das den Besucher im Vorraum der Verwaltungsebene empfängt. Sie wollte die Inhalte mit Leben gefüllt wissen und war hierfür zu jeder sachlichen Auseinandersetzung bereit.

Diese Auseinandersetzungen mussten und werden auch in Zukunft immer wieder mit unterschiedlichsten Gremien und Institutionen geführt werden, sei es mit dem Kreis als verantwortlicher Bauträger der Schulen des Odenwaldkreises im endlosen Kampf um notwendige Aus- und Umbauten, Ausstattung und Einrichtung, sei es mit dem Schulamt als Verwaltungsinstanz im nicht endenden Kampf um dringend benötigte neue Lehrkräfte oder den Verbleib bereits erfolgreich im Hause ausgebildeter Nachwuchskräfte. Und nicht zu vergessen bleibt schließlich der neuerdings hinzugekommene Dauerkampf mit sich überschlagenden und einander nicht selten widersprechenden oder sich gegenseitig aushebelnden Erlassen des Kultusministeriums in Zeiten der Pandemie.

Da galt es, besonders die Kinder und Jugendlichen als Betroffene all dieser äußeren Kräfte im Blick zu behalten. Deshalb konnte auch die Zusammenarbeit mit den Eltern aus Waldkirchers Sicht gar nicht weit genug gehen.

Mit Dr. Gabriele Waldkircher verlässt eine Schulleiterin das Gymnasium Michelstadt, die aufgrund ihrer eigenen Fächer Biologie, Englisch und Katholische Religion in allen Fachbereichen beheimatet war. Angesichts der obwaltenden Umstände ist aktuell keine gebührende Abschiedsfeier möglich – das amtierende Schulleitungsteam hofft jedoch darauf, sie in angemessenem Rahmen in naher Zukunft nachholen zu können.

Zum selben Datum, quasi ein Dreh- und Angelpunkt im laufenden Verwaltungsjahr der Schule, tritt nun die neue stellvertretende Schulleiterin ihren Dienst am Gymnasium Michelstadt an: Gabriele Wagner.

Die gebürtige Berlinerin kennt den Odenwald sehr gut, lebt sie doch seit über 40 Jahren in Südhessen, 20 Jahre davon im nahen Höchst. Von den drei Jahrzehnten, die sie bislang schon im Schuldienst gearbeitet hat, war sie die letzten zwölf Jahre als Leiterin des Fachbereichs III in Wald-Michelbach tätig und bekam aufgrund kommissarischer Schulleitungsaufgaben bereits einen tiefen Einblick in die Bereiche von Studienleitung und stellvertretender Schulleitung.

Nach eigenem Bekunden gefällt ihr am Gymnasium Michelstadt besonders der Ausblick auf die schulische Vielfalt, die sich beispielsweise in den verschiedenen Schwerpunkten und Ausbaubereichen wie etwa dem Fach Darstellendes Spiel zeigt. In der Verbindung zwischen Tradition und moderner Entwicklung sieht sie einen großen Charme, so etwa auch im Nebeneinander der Schulgebäude aus unterschiedlichen Zeiten oder im Parallelangebot G8/G9.

Die Schwerpunkte zu erhalten und ihre Entwicklung weiter zu fördern, wird für sie eine vordringliche Herausforderung sein, zumal viele Bereiche momentan Corona-bedingt nicht im gewohnten Maße durchgeführt werden können, so etwa Aufführungen im musikalischen und theatralen Bereich, sowie wichtige Projektarbeiten oder schulsportliche Wettkämpfe.

Ihr persönlicher Schwerpunkt als stellvertretende Schulleiterin liegt qua Stellenprofil auf der Erhaltung einer guten und stabilen Unterrichtsversorgung. Doch daneben zählen die Softskills, die sie klar akzentuiert. Gabriele Wagner legt Wert auf offene und ehrliche Kommunikation, die sie auf und zwischen allen schulischen Ebenen als unabdingbar sieht: in Schulleitung und Kollegium, mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, zwischen Schülerinnen und Schülern genauso wie mit Eltern. Und nicht nur im Austausch mit umliegenden Schulen möchte sie ihre Verlässlichkeit als große Stärke in die Arbeit einbringen.

Sie möchte im sachlichen und fachorientierten Dialog Bewährtes zusammen mit dem Kollegium erhalten und neue Ideen zusammen mit und aus dem Kollegium heraus entwickeln, damit das Gymnasium Michelstadt seine Attraktivität behält und weiter ausbaut. Hierbei werden ihr sicherlich ihre sowie die guten Kontakte des Gymnasiums zu außerschulischen Gremien, Betrieben und Universitäten helfen. Und sollte es diese einmal irgendwo noch nicht geben, sieht sie ihre Funktion in deren Aufbau.

Ein bisschen hineingeschnuppert in ihr neues Wirkungsfeld hat die neue Kraft im Schulleitungsteam mit den Fächern Mathematik und Chemie bereits und freut sich über die sehr freundliche Aufnahme und Unterstützung durch die gesamte Schulleitung und den Mitarbeiterstab des Gymnasiums. Dass sie das Kollegium wegen des Distanzunterrichts noch kaum kennenlernen konnte, sollte folglich kein Hindernis für einen gelungenen Einstieg sein.


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